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DSGVO & Datenschutz

Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) für Selbstständige 2026

Nutzen Sie Cloud-Buchhaltung, E-Mail-Marketing oder Webhosting? Dann verarbeiten diese Dienste Daten in Ihrem Auftrag. Ohne Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) verstoßen Sie gegen die DSGVO – auch als Einzelunternehmer.

Was ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag? 2026

Der AVV (auch AV-Vertrag oder ADV) regelt die Datenverarbeitung durch Dritte in Ihrem Auftrag nach Art. 28 DSGVO. Er legt fest, welche Daten verarbeitet werden, zu welchem Zweck, und welche Sicherheitsmaßnahmen der Dienstleister treffen muss. Ohne AVV sind Sie für Datenschutzverstöße des Dienstleisters mitverantwortlich.

Ihre Pflichten

  • Schriftlicher Vertrag (auch elektronisch möglich)
  • Gegenstand und Dauer der Verarbeitung
  • Art und Zweck der Verarbeitung
  • Art der personenbezogenen Daten
  • Kategorien betroffener Personen
  • Pflichten und Rechte des Verantwortlichen
  • Weisungsbindung des Auftragsverarbeiters
  • Vertraulichkeitsverpflichtung der Mitarbeiter
  • Technische und organisatorische Maßnahmen
  • Unterauftragsverhältnisse

Checkliste

Tipps

  • 1Die meisten SaaS-Anbieter haben fertige AVVs – fordern Sie sie an
  • 2Bei US-Diensten zusätzlich Standardvertragsklauseln prüfen
  • 3Führen Sie eine Liste aller Dienstleister mit AVV-Status
  • 4Neue Dienste erst nach AVV-Abschluss produktiv nutzen
  • 5Speichern Sie alle AVVs zentral (digital reicht)
  • 6Prüfen Sie Unterauftragsverarbeiter in den AVVs

Häufige Fragen

Mit welchen Diensten brauche ich einen AVV?
Mit allen Diensten, die personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag verarbeiten: Buchhaltungssoftware, E-Mail-Marketing, CRM, Webhosting, Cloud-Speicher, Projektmanagement, Videokonferenzen, Newsletter-Dienste, etc.
Wo finde ich den AVV meines Anbieters?
Meist im Kundenbereich, unter "Rechtliches" oder "Datenschutz". Bei großen Anbietern (Google, Microsoft) gibt es Online-Formulare. Kleine Anbieter senden den AVV auf Anfrage.
Was ist, wenn mein Anbieter keinen AVV anbietet?
Dann sollten Sie den Anbieter wechseln oder einen eigenen AVV vorschlagen. DSGVO-konforme Anbieter haben immer einen AVV. Fehlt er, ist das ein Warnsignal.
Muss der AVV notariell beglaubigt werden?
Nein, Schriftform reicht – auch elektronisch (E-Mail, Online-Akzeptanz). Wichtig ist die Dokumentation, dass beide Seiten zugestimmt haben.
Brauche ich einen AVV mit meinem Steuerberater?
Der Steuerberater ist oft kein Auftragsverarbeiter, sondern eigenverantwortlich tätig. Dennoch empfiehlt sich eine Vereinbarung zur Verschwiegenheit und zum Datenschutz.
Was kostet ein fehlender AVV?
Behördliche Bußgelder können bei fehlenden AVVs 5.000 € und mehr betragen. Zudem haften Sie für Datenschutzverstöße des Dienstleisters mit.

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