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Nebenberuflich Selbstständig

Nebenberuflich selbstständig – Der komplette Überblick 2026

Über 50% aller Gründungen in Deutschland erfolgen nebenberuflich. Der sichere Weg in die Selbstständigkeit – mit festem Gehalt im Rücken und Zeit zum Testen.

Was bedeutet nebenberuflich selbstständig? 2026

Nebenberuflich selbstständig sind Sie, wenn Sie weniger als 20 Stunden pro Woche für Ihre Selbstständigkeit arbeiten und regelmäßig weniger verdienen als in Ihrem Hauptjob. Eine feste Verdienstgrenze gibt es nicht – entscheidend ist das Verhältnis von Arbeitszeit und Einkommen. Für die Krankenkasse gilt: Ihr Angestelltenverhältnis muss die Haupttätigkeit bleiben, sonst werden Sie beitragspflichtig wie ein hauptberuflich Selbstständiger.

Vor- & Nachteile

Vorteile

  • Sicheres Gehalt als Fallback
  • Geschäftsidee risikoarm testen
  • Krankenversicherung über Hauptjob
  • Schrittweiser Aufbau möglich
  • Steuerliche Vorteile nutzbar

Nachteile

  • Begrenzte Zeit für Kundenakquise
  • Doppelbelastung kann stressen
  • Arbeitgeber muss oft zustimmen
  • Weniger Fokus möglich
  • Arbeitszeit auf 10h/Tag begrenzt

Praktische Anwendung

Prüfen Sie zuerst Ihren Arbeitsvertrag, dann: Gewerbe anmelden oder Freiberuflichkeit beim Finanzamt melden, Krankenkasse informieren, ggf. Arbeitgeber informieren.

Checkliste

Wichtige Punkte

  • Arbeitsvertrag prüfen — Nebentätigkeitsklauseln und Genehmigungspflichten checken
  • Rechtsform wählen — Freiberufler oder Gewerbetreibender?
  • Anmeldung vornehmen — Finanzamt und ggf. Gewerbeamt
  • Krankenkasse informieren — Pflicht! Sonst drohen Nachzahlungen
  • Arbeitgeber informieren — Je nach Vertrag erforderlich
  • Buchhaltung einrichten — Einnahmen-Überschuss-Rechnung reicht meist

Tipps

Praktische Tipps

  • Starten Sie mit einem einfachen Geschäftsmodell, das wenig Zeit braucht
  • Nutzen Sie die Kleinunternehmerregelung (Umsatz unter 22.000 €)
  • Trennen Sie Geschäfts- und Privatkonto von Anfang an
  • Dokumentieren Sie Ihre Arbeitszeiten für beide Tätigkeiten
  • Planen Sie Pufferzeiten für Krankheit und Urlaub ein

Häufige Fragen

Muss ich meinen Arbeitgeber informieren?
Hängt vom Arbeitsvertrag ab. Viele Verträge enthalten Nebentätigkeitsklauseln. Generell muss Ihr Arbeitgeber zustimmen, wenn Sie bei einem Konkurrenten tätig werden oder Ihre Arbeitskraft leidet. Bei unkritischen Tätigkeiten ist oft nur Information nötig, keine Genehmigung.
Wie viel darf ich nebenberuflich verdienen?
Es gibt keine feste Grenze. Entscheidend ist: Der Hauptjob muss mehr einbringen und mehr Zeit beanspruchen. Bei der Familienversicherung gilt: max. 565 €/Monat (2026). Für die Krankenkasse: Nebenerwerb darf nicht über Haupterwerb liegen.
Wie viele Stunden darf ich arbeiten?
Gesetzlich maximal 10 Stunden pro Tag (Haupt- plus Nebenjob zusammen). Für den Status "nebenberuflich" sollten Sie unter 20 Stunden/Woche bleiben. Bei mehr kann die Krankenkasse Sie als hauptberuflich selbstständig einstufen.
Brauche ich eine extra Krankenversicherung?
Nein, solange Sie nebenberuflich bleiben. Sie sind über Ihren Hauptjob versichert. Aber: Melden Sie die Nebentätigkeit unbedingt bei Ihrer Krankenkasse! Die prüft, ob der Status stimmt. Bei zu hohem Nebeneinkommen werden Sie beitragspflichtig.
Was passiert mit meinen Steuern?
Einnahmen aus der Selbstständigkeit werden zu Ihrem Gehalt addiert und gemeinsam versteuert (Einkommensteuer). Vorteil: Sie können Betriebsausgaben absetzen. Mit Kleinunternehmerregelung keine Umsatzsteuer. Steuererklärung wird Pflicht!
Kann ich nebenberuflich als Freiberufler starten?
Ja, wenn Ihre Tätigkeit freiberuflich ist (Katalogberufe wie Berater, Designer, Programmierer etc.). Vorteil: Keine Gewerbeanmeldung, keine Gewerbesteuer. Sie melden sich nur beim Finanzamt an.

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