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Rechtsformen

Einzelunternehmen gründen 2026

Das Einzelunternehmen ist die einfachste und häufigste Rechtsform in Deutschland. Über 2 Millionen Selbstständige sind als Einzelunternehmer tätig. Keine Mindestkapital, minimaler Aufwand, volle Kontrolle – aber auch volle Haftung.

Kapital

Kein Mindestkapital erforderlich

Haftung

Unbeschränkt

Steuerart

KSt + GewSt

Was ist ein Einzelunternehmen? 2026

Ein Einzelunternehmen ist ein Unternehmen, das von einer einzelnen natürlichen Person geführt wird. Es gibt keine rechtliche Trennung zwischen Privatperson und Unternehmen. Der Gründer ist alleiniger Eigentümer, trifft alle Entscheidungen und haftet mit seinem gesamten Privatvermögen. Einzelunternehmen können als Gewerbetreibende oder Freiberufler geführt werden.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Einfache und schnelle Gründung (oft an einem Tag)
  • Kein Mindestkapital erforderlich
  • Volle Entscheidungsfreiheit
  • Geringste Gründungskosten aller Rechtsformen
  • Keine doppelte Buchführung nötig (EÜR ausreichend)
  • Kein Eintrag ins Handelsregister (außer e.K.)
  • Alle Gewinne gehören Ihnen
  • Einfache Auflösung möglich

Nachteile

  • Unbeschränkte Haftung mit Privatvermögen
  • Schwierigere Kapitalbeschaffung
  • Weniger Seriosität bei Großkunden
  • Kein Gesellschafter für Arbeitsteilung
  • Gewinn wird voll mit Einkommensteuer belastet
  • Bei hohen Gewinnen steuerlich nachteilig
  • Unternehmensfortführung bei Tod/Krankheit schwierig
  • Firmenname muss Vor- und Nachname enthalten

Gründung & Kosten

PostenDetailsKosten
GewerbeanmeldungBeim Gewerbeamt der Gemeinde20-60 €
Fragebogen FinanzamtSteuerliche Erfassung innerhalb 1 MonatKostenlos
GeschäftskontoEmpfohlen, aber nicht Pflicht0-10 €/Monat
BerufshaftpflichtJe nach Branche dringend empfohlenab 50 €/Jahr
IHK/HWK-BeitragPflichtmitgliedschaft für Gewerbetreibendeab 50 €/Jahr

Steuern

  • 1Einkommensteuer auf den Gewinn (14-45%)
  • 2Gewerbesteuer ab 24.500 € Gewinn (nur Gewerbetreibende)
  • 3Umsatzsteuer 19% (Kleinunternehmer bis 25.000 € befreit)
  • 4Solidaritätszuschlag bei hohen Einkommen
  • 5Keine Körperschaftsteuer

Haftung

Unbeschränkte Haftung mit dem gesamten Privatvermögen. Es gibt keine Trennung zwischen Geschäfts- und Privatvermögen. Bei Geschäftsschulden können auch Haus, Auto und Ersparnisse herangezogen werden.

Für wen ist diese Rechtsform geeignet?

Freelancer (Webdesigner, Texter, Berater)
Handwerker im Nebenerwerb
Dienstleister mit geringem Risiko
Online-Händler in der Startphase
Coaches und Trainer

Tipps

  • 1Trennen Sie Geschäfts- und Privatkonto von Anfang an
  • 2Schließen Sie eine Berufshaftpflichtversicherung ab
  • 3Prüfen Sie ab 50.000 € Gewinn, ob UG/GmbH sinnvoller wäre
  • 4Nutzen Sie die Kleinunternehmerregelung in der Startphase
  • 5Bilden Sie Rücklagen für Steuernachzahlungen
  • 6Dokumentieren Sie alle Geschäftsvorgänge sorgfältig

Häufige Fragen

Brauche ich für ein Einzelunternehmen einen Notar?
Nein, ein Einzelunternehmen können Sie ohne Notar gründen. Sie benötigen lediglich eine Gewerbeanmeldung (Gewerbetreibende) oder melden sich direkt beim Finanzamt an (Freiberufler).
Kann ich mein Einzelunternehmen später in eine GmbH umwandeln?
Ja, das ist jederzeit möglich. Sie gründen eine GmbH und übertragen das Einzelunternehmen durch Einbringung. Dabei können stille Reserven aufgedeckt werden – sprechen Sie mit einem Steuerberater.
Muss ich als Einzelunternehmer ins Handelsregister?
Nur wenn Sie Kaufmann sind (Umsatz > 500.000 € oder komplexes Geschäft). Dann müssen Sie sich als e.K. (eingetragener Kaufmann) registrieren. Sonst ist kein Handelsregistereintrag nötig.
Was kostet ein Einzelunternehmen pro Jahr?
Die Grundkosten sind minimal: IHK-Beitrag (ab 50 €), ggf. Berufshaftpflicht (ab 100 €), Steuerberater (optional, ab 500 €). Gesamtkosten oft unter 500 €/Jahr.
Wie haftet mein Ehepartner bei einem Einzelunternehmen?
Ihr Ehepartner haftet nicht automatisch mit. Aber: Bei Gütergemeinschaft ist das gemeinsame Vermögen gefährdet. Bei Zugewinngemeinschaft ist sein Vermögen grundsätzlich geschützt – außer er hat mitunterschrieben.
Wann lohnt sich das Einzelunternehmen nicht mehr?
Ab etwa 60.000-80.000 € Gewinn sollten Sie eine GmbH/UG prüfen. Auch bei hohem Haftungsrisiko (z.B. Baubranche) oder wenn Sie Investoren suchen, ist eine Kapitalgesellschaft oft besser.

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