Aufbewahrungsfristen fuer Belege 2026
Welche Unterlagen muessen Sie wie lange aufbewahren? Die Aufbewahrungsfristen sind gesetzlich geregelt und ein Verstoss kann teuer werden. Hier finden Sie den kompletten Ueberblick.
Was sind Aufbewahrungsfristen? 2026
Aufbewahrungsfristen legen fest, wie lange Geschaeftsunterlagen aufbewahrt werden muessen. Die Pflichten ergeben sich aus Paragraph 147 AO (steuerlich) und Paragraph 257 HGB (handelsrechtlich). Es gibt zwei Hauptfristen: 10 Jahre fuer Buchfuehrungsunterlagen (Buecher, Jahresabschluesse, Buchungsbelege, Rechnungen, Inventare) und 6 Jahre fuer sonstige Geschaeftsunterlagen (Handelsbriefe, Geschaeftsbriefe, E-Mails mit geschaeftlichem Inhalt). Die Frist beginnt am Ende des Kalenderjahres, in dem die Unterlage entstanden ist oder der letzte Eintrag gemacht wurde. Beispiel: Eine Rechnung vom 15. Maerz 2026 muss bis zum 31. Dezember 2036 aufbewahrt werden. Bei laufenden Betriebspruefungen verlaengern sich die Fristen. Die Aufbewahrung muss GoBD-konform erfolgen - auch fuer digitale Belege gelten strenge Anforderungen an Unveraenderbarkeit und Lesbarkeit.
Anwendung:
Richten Sie ein systematisches Archiv ein - digital oder physisch. Kennzeichnen Sie alle Unterlagen mit dem Entstehungsjahr und der geltenden Aufbewahrungsfrist. Vernichten Sie Unterlagen erst nach Ablauf der Frist und dokumentieren Sie die Vernichtung. Digitale Belege muessen GoBD-konform archiviert werden (unveraenderbar, maschinell lesbar, jederzeit verfuegbar).
Vor- & Nachteile
Vorteile
- ✓Rechtssicherheit bei Betriebspruefungen
- ✓Nachweis von Geschaeftsvorfaellen bei Streitigkeiten
- ✓Ordnungsgeraesse Buchfuehrung als Grundlage fuer steuerliche Anerkennung
- ✓Digitale Archivierung spart Platz und erleichtert die Suche
Nachteile
- ✗Hoher Aufwand fuer Archivierung und Organisation
- ✗Kosten fuer Lagerflaeeche oder digitale Archivierungssysteme
- ✗GoBD-Anforderungen an digitale Aufbewahrung sind komplex
- ✗Bei Verstoss: Bussgelder und Schaetzung durch das Finanzamt
Kosten & Fristen
| Posten | Betrag/Frist | Hinweis |
|---|---|---|
| Physische Archivierung | 5 - 20 Euro/Ordner/Jahr | Lagerflaeeche + Regale |
| Digitale Archivierung (Cloud) | 5 - 30 Euro/Monat | GoBD-konforme Loesungen |
| Dokumentenmanagement-System (DMS) | 10 - 100 Euro/Monat | z.B. DocuWare, ELO, DATEV DMS |
| Bussgeld bei Verstoss | Bis 25.000 Euro | Paragraph 283b StGB bei Kaufleuten |
| Schaetzung durch Finanzamt | Variabel (oft hoeher) | Bei fehlenden Unterlagen |
Tipps
Praktische Tipps
- →Erstellen Sie einen Vernichtungskalender: Welche Unterlagen koennen ab dem 1. Januar welchen Jahres vernichtet werden?
- →Ab 1. Januar 2027 koennen Sie Unterlagen aus 2016 (6-Jahres-Frist) bzw. aus 2016 (10-Jahres-Frist) vernichten.
- →Scannen Sie Papierbelege und archivieren Sie sie digital GoBD-konform - das Original darf dann vernichtet werden (Verfahrensdokumentation erforderlich!).
- →E-Mails mit geschaeftlichem Inhalt (Auftragsbestaetigungen, Vertraege) fallen unter die 6-Jahres-Frist - richten Sie eine Archivierung ein.
- →Bei laufender Betriebspruefung oder Rechtsstreit: Vernichten Sie keine Unterlagen, auch wenn die Frist abgelaufen ist.
- →Nutzen Sie Clever Invoice fuer die automatische, GoBD-konforme Archivierung Ihrer Ausgangsrechnungen.
Haeufige Fragen
Welche Unterlagen muss ich 10 Jahre aufbewahren?
Welche Unterlagen muss ich 6 Jahre aufbewahren?
Wann beginnt die Aufbewahrungsfrist?
Was bedeutet GoBD-konforme Aufbewahrung?
Darf ich Papierbelege nach dem Scannen vernichten?
Welche Unterlagen kann ich ab 2027 vernichten?
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