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Forderungsmanagement

Mahnbescheid beantragen: Online-Ablauf, Kosten & Tipps

Wenn Kunden trotz Mahnung nicht zahlen, ist der Mahnbescheid der nächste Schritt. Erfahren Sie, wie Sie das gerichtliche Mahnverfahren online einleiten, was es kostet und wie der Ablauf funktioniert.

Mahnbescheid in 30 Sekunden

Der Mahnbescheid ist ein gerichtlicher Zahlungsbefehl ohne mündliche Verhandlung. Antrag online über mahngerichte.de. Kosten: ab 36 € (Streitwert bis 1.000 €). Der Schuldner hat 2 Wochen Widerspruchsfrist. Ohne Widerspruch folgt der Vollstreckungsbescheid, mit dem Sie Zwangsvollstreckung betreiben können (Kontopfändung, Gerichtsvollzieher).

Was ist ein Mahnbescheid?

Ein Mahnbescheid ist ein gerichtlicher Zahlungsbefehl im vereinfachten Mahnverfahren nach §688 ff. ZPO. Er wird ohne mündliche Verhandlung und ohne Prüfung der Forderung erlassen. Das Gericht prüft nur die formale Richtigkeit des Antrags, nicht ob die Forderung berechtigt ist.

Schnell

1–3 Tage Bearbeitungszeit, kein Gerichtstermin nötig

Günstig

Ab 36 € Gerichtskosten, kein Anwalt nötig

Wirksam

Führt zu vollstreckbarem Titel für Zwangsvollstreckung

Voraussetzungen für den Mahnbescheid

Mahnbescheid möglich wenn:

  • • Forderung auf eine bestimmte Geldsumme in Euro lautet
  • • Forderung fällig ist (Zahlungsziel überschritten)
  • • Forderung nicht von einer Gegenleistung abhängt
  • • Schuldner bekannten Wohnsitz in Deutschland hat
  • • Forderung nicht verjährt ist

Mahnbescheid NICHT möglich bei:

  • • Forderungen in Fremdwährung
  • • Forderungen, die von Bedingungen abhängen
  • • Schuldner hat Wohnsitz nur im Ausland
  • • Forderung auf Sachleistung (nur Geld)
  • • Öffentlich-rechtliche Forderungen

Ablauf: Schritt für Schritt zum Mahnbescheid

1

Forderung dokumentieren

Stellen Sie sicher, dass Sie die offene Rechnung, den Nachweis der Leistung und eventuelle Mahnungen als Belege haben.

2

Außergerichtliche Mahnung senden

Senden Sie eine letzte Mahnung mit Fristsetzung (z.B. 10 Tage). Weisen Sie auf das gerichtliche Mahnverfahren hin.

3

Online-Antrag bei mahngerichte.de

Registrieren Sie sich auf dem Portal und füllen Sie den Mahnbescheidantrag mit Gläubiger-/Schuldnerdaten und Forderungsdetails aus.

4

Gerichtskosten bezahlen

Bezahlen Sie die Gerichtskosten online. Diese richten sich nach dem Streitwert und können dem Schuldner auferlegt werden.

5

Zustellung abwarten

Das Mahngericht prüft den Antrag und stellt den Mahnbescheid dem Schuldner zu. Sie erhalten eine Benachrichtigung.

6

Widerspruchsfrist abwarten (2 Wochen)

Der Schuldner hat 2 Wochen Zeit, Widerspruch einzulegen. Reagiert er nicht, können Sie den Vollstreckungsbescheid beantragen.

Kosten des Mahnverfahrens

Streitwert (Forderung)Gerichtskosten MahnbescheidGerichtskosten Vollstreckungsbescheid
bis 500 €36,00 €+ 18,00 €
bis 1.000 €36,00 €+ 18,00 €
bis 2.000 €49,00 €+ 24,50 €
bis 5.000 €73,00 €+ 36,50 €
bis 10.000 €146,00 €+ 73,00 €

Kosten werden erstattet

Die Gerichtskosten, Zustellkosten und Verzugszinsen können dem Schuldner auferlegt werden. Sie erhalten diese bei erfolgreicher Vollstreckung zusätzlich zu Ihrer Hauptforderung zurück.

Online beantragen über mahngerichte.de

Benötigte Angaben im Antrag

Gläubigerdaten (Sie):

  • • Name/Firma und vollständige Anschrift
  • • Prozessbevollmächtigter (optional)
  • • Bankverbindung für Kostenerstattung

Schuldnerdaten:

  • • Name/Firma und vollständige Anschrift
  • • Muss in Deutschland zustellbar sein
  • • Bei Firma: gesetzlicher Vertreter

Forderungsdetails:

  • • Hauptforderung (Rechnungsbetrag)
  • • Zinsen (Verzugszinsen: 5% über Basiszins für Verbraucher, 9% für B2B)
  • • Nebenforderungen (Mahnkosten, Auskunftskosten etc.)
  • • Katalognummer des Anspruchsgrundes (z.B. "Kaufpreis" = 43)

Vom Mahnbescheid zur Vollstreckung

1

Mahnbescheid zugestellt

Schuldner erhält Mahnbescheid per Postzustellung. 2 Wochen Widerspruchsfrist beginnt.

2

Kein Widerspruch → Vollstreckungsbescheid

Nach Ablauf der 2-Wochen-Frist beantragen Sie den Vollstreckungsbescheid (wieder online). Achtung: Sie haben 6 Monate Zeit für den Antrag.

3

Vollstreckungsbescheid = Vollstreckbarer Titel

Gleichwertig mit einem Urteil. Schuldner hat nochmals 2 Wochen Einspruchsfrist.

4

Zwangsvollstreckung

Kontopfändung, Lohnpfändung, Gerichtsvollzieher, Eidesstattliche Versicherung. Der Titel ist 30 Jahre gültig.

Praxis-Tipps für das Mahnverfahren

Vor dem Mahnbescheid

Senden Sie mindestens 2-3 außergerichtliche Mahnungen mit klaren Fristen. Dokumentieren Sie alles schriftlich. Oft zahlt der Schuldner bei der Androhung des gerichtlichen Mahnverfahrens.

Verzugszinsen berechnen

B2B: 9 Prozentpunkte über dem Basiszins. B2C: 5 Prozentpunkte über dem Basiszins. Zusätzlich können Sie eine Mahnpauschale von 40 € (bei B2B-Geschäften) geltend machen.

Verjährung hemmen

Der Mahnbescheid hemmt die Verjährung Ihrer Forderung (§204 BGB). Nutzen Sie dies, wenn die reguläre Verjährungsfrist (3 Jahre zum Jahresende) droht auszulaufen.

Frist für Vollstreckungsbescheid

Beantragen Sie den Vollstreckungsbescheid innerhalb von 6 Monaten nach Zustellung des Mahnbescheids. Verstreicht die Frist, verfällt der Mahnbescheid.

Häufige Fragen

Was kostet ein Mahnbescheid?

Die Gerichtskosten für einen Mahnbescheid richten sich nach dem Streitwert: Bei Forderungen bis 1.000 € betragen sie 36 €, bis 5.000 € sind es 73 €, bis 10.000 € ca. 146 €. Die Kosten können dem Schuldner auferlegt werden. Anwaltskosten fallen nicht an, da der Antrag selbst gestellt werden kann.

Wie lange dauert ein Mahnbescheid?

Der Online-Antrag wird in der Regel innerhalb von 1-3 Werktagen bearbeitet und der Mahnbescheid dem Schuldner zugestellt. Nach Zustellung hat der Schuldner 2 Wochen Zeit, Widerspruch einzulegen. Ohne Widerspruch können Sie nach Ablauf der Frist den Vollstreckungsbescheid beantragen.

Wann kann ich einen Mahnbescheid beantragen?

Sie können einen Mahnbescheid beantragen, wenn eine Geldforderung fällig ist und der Schuldner trotz Mahnung nicht zahlt. Voraussetzung: Die Forderung muss auf eine bestimmte Geldsumme in Euro lauten und darf nicht von einer Gegenleistung abhängen. Eine vorherige Mahnung ist empfehlenswert, aber nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Was passiert wenn der Schuldner Widerspruch einlegt?

Bei Widerspruch geht das Mahnverfahren in ein reguläres Klageverfahren über. Das zuständige Gericht (Amts- oder Landgericht je nach Streitwert) fordert Sie zur Klagebegründung auf. Sie benötigen dann alle Unterlagen (Vertrag, Rechnungen, Mahnungen) als Beweismittel.

Kann ich den Mahnbescheid online beantragen?

Ja, über das Online-Portal mahngerichte.de können Sie den Mahnbescheid elektronisch beantragen. Sie benötigen eine Registrierung und können per Kreditkarte, Überweisung oder Lastschrift bezahlen. Der Online-Weg ist schneller als der postalische Antrag und wird von den meisten Mahngerichten bevorzugt.

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