Umsatzsteuer auf Rechnung richtig ausweisen
Die korrekte Ausweisung der Umsatzsteuer ist Pflicht – und Fehler können teuer werden. Erfahren Sie, wann 7% oder 19% gelten, wie Sie richtig rechnen und welche Konsequenzen bei falscher Ausweisung drohen (§ 14c UStG).
Inhalt dieser Seite
Grundlagen: Umsatzsteuer vs. Mehrwertsteuer
Umsatzsteuer (USt)
- Steuerrechtlich korrekter Begriff
- Geregelt im Umsatzsteuergesetz (UStG)
- Für Rechnungen empfohlen
Mehrwertsteuer (MwSt)
- Umgangssprachlicher Begriff
- Beschreibt das Prinzip (Wertschöpfung)
- Auf Rechnungen zulässig
Fazit: Beide Begriffe sind auf Rechnungen zulässig und bedeuten dasselbe. "USt" oder "Umsatzsteuer" ist die fachlich präzisere Variante.
Pflichtangaben zur Umsatzsteuer (§ 14 Abs. 4 UStG)
Steuernummer oder USt-IdNr.
Mindestens eine Angabe erforderlich
Steuersatz in Prozent
Z.B. "19%" oder "7%"
Steuerbetrag in Euro
Separat ausgewiesen (außer Kleinbetragsrechnung)
Entgelt nach Steuersätzen getrennt
Bei gemischten Rechnungen aufschlüsseln
Steuersätze im Überblick: 19%, 7% oder 0%?
19%Regelsteuersatz§ 12 Abs. 1 UStG
7%Ermäßigter Steuersatz§ 12 Abs. 2 UStG
0%Steuerbefreit§ 4 UStG
USt-Rechner: Netto ↔ Brutto umrechnen
Richtige Formel:
Netto × 1,19 = Brutto
Brutto ÷ 1,19 = Netto
Ergebnis:
| Nettobetrag | 100.00 € |
| + 19% Umsatzsteuer | 19.00 € |
| Bruttobetrag | 119.00 € |
Häufige Fehler und deren Konsequenzen
§ 14c UStG: Unrichtiger Steuerausweis
Wer in einer Rechnung einen höheren Steuerbetrag ausweist, als er schuldet, schuldet auch diesen Mehrbetrag. Das bedeutet: Sie müssen die falsch ausgewiesene USt an das Finanzamt abführen, auch wenn Sie diese gar nicht erhalten haben!
Bei zu niedriger Ausweisung droht eine Nachzahlung. Der Rechnungsempfänger kann nur die korrekt ausgewiesene Vorsteuer abziehen.
Fehler
Brutto minus 19% rechnen
119 € - 19% = 96,39 € ❌
119 € ÷ 1,19 = 100 € ✓
Falsche Netto- und USt-Beträge
Fehler
USt nicht separat ausweisen
"Gesamt inkl. MwSt: 119 €"
"Netto: 100 €, 19% USt: 19 €, Brutto: 119 €"
Kunde kann keine Vorsteuer abziehen
Fehler
Falschen Steuersatz anwenden
19% auf Bücher berechnen
7% auf Bücher (§ 12 Abs. 2 UStG)
§ 14c UStG: Sie schulden die ausgewiesene USt
Fehler
Als Kleinunternehmer USt ausweisen
"100 € netto + 19% USt"
"100 € (gem. § 19 UStG ohne USt)"
Sie müssen die USt ans Finanzamt abführen
Formulierungen zum Kopieren
Standard-Rechnungsausweis
Standard-Rechnung mit 19% UStGemischte Steuersätze
Rechnung mit unterschiedlichen SteuersätzenHinweis Reverse Charge (EU)
Für B2B-Leistungen in der EUHinweis steuerfreie Leistung
Für steuerbefreite LeistungenHinweis Kleinunternehmer
Pflichthinweis für KleinunternehmerVorsteuer vs. Umsatzsteuer: Der Unterschied
Umsatzsteuer
USt, die Sie von Kunden kassieren und ans Finanzamt abführen müssen.
Vorsteuer
USt, die Sie bei Einkäufen zahlen und vom Finanzamt zurückbekommen.
Zahllast
USt minus Vorsteuer = Betrag, den Sie ans Finanzamt zahlen.
Rechenbeispiel
Sie verkaufen für 1.190 € brutto (= 190 € USt eingenommen) und kaufen für 595 € brutto ein (= 95 € Vorsteuer gezahlt). Ihre Zahllast: 190 € - 95 € = 95 € ans Finanzamt.
Häufig gestellte Fragen zur Umsatzsteuer
Ist Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer das Gleiche?
Ja, beide Begriffe bezeichnen dieselbe Steuer. Der steuerrechtlich korrekte Begriff lautet "Umsatzsteuer" (UStG). "Mehrwertsteuer" ist der umgangssprachliche Begriff, da die Steuer auf den Mehrwert (Wertschöpfung) erhoben wird. Auf Rechnungen können Sie beide Begriffe verwenden.
Wann muss ich 19% und wann 7% Umsatzsteuer berechnen?
Der Regelsteuersatz von 19% gilt für die meisten Waren und Dienstleistungen. Der ermäßigte Satz von 7% gilt für Grundnahrungsmittel, Bücher, Zeitungen, Kunstgegenstände, Personenbeförderung im Nahverkehr, Hotelübernachtungen, kulturelle Veranstaltungen und einige weitere in § 12 Abs. 2 UStG aufgeführte Leistungen.
Was passiert, wenn ich die Umsatzsteuer falsch ausweise?
Nach § 14c UStG schulden Sie die falsch ausgewiesene Steuer dem Finanzamt. Bei zu hoch ausgewiesener USt müssen Sie diese abführen, auch wenn Sie sie nicht erhalten haben. Bei zu niedrig ausgewiesener USt müssen Sie nachzahlen. Der Rechnungsempfänger kann nur die korrekt ausgewiesene Vorsteuer abziehen.
Wie berechne ich die Umsatzsteuer richtig?
Netto zu Brutto: Nettobetrag × 1,19 (oder × 1,07 bei 7%). Brutto zu Netto: Bruttobetrag ÷ 1,19 (oder ÷ 1,07). Wichtig: Rechnen Sie niemals einfach minus 19%, das ergibt einen falschen Betrag!
Muss die Umsatzsteuer auf der Rechnung separat ausgewiesen werden?
Ja, nach § 14 Abs. 4 Nr. 8 UStG muss der Steuerbetrag gesondert ausgewiesen werden, außer bei Kleinbetragsrechnungen bis 250€ (hier genügt der Steuersatz) und bei steuerfreien Leistungen (hier Hinweis auf Steuerbefreiung).
Darf ich als Kleinunternehmer Umsatzsteuer ausweisen?
Nein! Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG dürfen Sie keine USt ausweisen. Wenn Sie dies trotzdem tun, schulden Sie die ausgewiesene Steuer dem Finanzamt (§ 14c UStG). Sie müssen stattdessen auf die Kleinunternehmerregelung hinweisen.
Wie weise ich unterschiedliche Steuersätze auf einer Rechnung aus?
Bei gemischten Rechnungen müssen Sie das Entgelt nach Steuersätzen aufschlüsseln (§ 14 Abs. 4 Nr. 7 UStG). Listen Sie die Nettobeträge getrennt auf und weisen Sie die USt für jeden Steuersatz separat aus. Am Ende steht die Gesamtsumme.
Was ist der Unterschied zwischen Vorsteuer und Umsatzsteuer?
Umsatzsteuer ist die Steuer, die Sie von Kunden kassieren und ans Finanzamt abführen. Vorsteuer ist die USt, die Sie selbst bei Einkäufen zahlen und vom Finanzamt zurückfordern können. Die Differenz (USt minus Vorsteuer) zahlen Sie als Zahllast ans Finanzamt.
Wie runde ich Umsatzsteuerbeträge richtig?
Gemäß § 14 UStG dürfen Sie kaufmännisch auf volle Cent runden (ab 0,5 Cent aufrunden, darunter abrunden). Alternativ können Sie auch immer abrunden. Wichtig: Runden Sie erst den Gesamtbetrag, nicht jeden einzelnen Posten.
Muss ich USt-IdNr. oder Steuernummer auf der Rechnung angeben?
Sie müssen entweder die Steuernummer ODER die USt-IdNr. angeben (§ 14 Abs. 4 Nr. 2 UStG). Bei EU-Geschäften (Reverse Charge) ist die USt-IdNr. beider Parteien erforderlich. Viele Unternehmen bevorzugen die USt-IdNr., da diese weniger sensible Informationen enthält.