Zum Inhalt springen
Geschäftsdokumente

Lieferschein erstellen: Vorlage & Pflichtangaben

Der Lieferschein dokumentiert Ihre Warenlieferung professionell – was drauf muss, wie er sich von der Rechnung unterscheidet und wann Sie ihn brauchen.

Was ist ein Lieferschein?

Ein Lieferschein ist ein Begleitdokument für eine Warenlieferung. Er dokumentiert, welche Waren in welcher Menge an welchen Empfänger geliefert wurden. Anders als die Rechnung enthält er keine Preisangaben, sondern dient ausschließlich der Lieferdokumentation.

Wozu dient ein Lieferschein?

  • Wareneingangskontrolle: Empfänger kann Lieferung gegen Bestellung prüfen
  • Liefernachweis: Dokumentation dass und wann geliefert wurde
  • Lagerbuchung: Grundlage für Wareneingangsbuchung beim Empfänger
  • Reklamation: Bei Transportschäden als Beweisdokument nutzbar

Wichtige Angaben auf dem Lieferschein

Hinweis: Es gibt keine gesetzlichen Pflichtangaben für Lieferscheine wie bei Rechnungen (§14 UStG). Die folgenden Angaben sind jedoch branchenüblich und empfohlen.

Kopfdaten

  • Firmendaten (Absender)
  • Lieferadresse (Empfänger)
  • Lieferscheinnummer
  • Lieferdatum
  • Bestellnummer / Auftragsnummer
  • Kundennummer

Positionen & Versand

  • Artikelnummer / SKU
  • Artikelbezeichnung
  • Liefermenge und Einheit
  • Versandart / Spediteur
  • Tracking-Nummer
  • Empfangsbestätigung (Unterschrift)

Lieferschein erstellen – Schritt für Schritt

1

Absender- und Empfängerdaten eintragen

Tragen Sie Ihre vollständigen Firmendaten (Name, Anschrift) sowie die Lieferadresse des Empfängers ein. Bei abweichender Rechnungsadresse beide Adressen angeben.

2

Lieferscheinnummer und Datum vergeben

Vergeben Sie eine fortlaufende Lieferscheinnummer und das aktuelle Lieferdatum. Referenzieren Sie die zugehörige Bestellnummer des Kunden, falls vorhanden.

3

Gelieferte Artikel aufführen

Listen Sie alle gelieferten Waren auf: Artikelnummer, Bezeichnung, Menge, Einheit. Bei Teillieferungen die offene Restmenge vermerken.

4

Versanddetails ergänzen

Ergänzen Sie Versandart (Spedition, Paketdienst, Eigenlieferung), Tracking-Nummer falls vorhanden, und das voraussichtliche Lieferdatum.

5

Empfangsbestätigung vorbereiten

Fügen Sie ein Feld für die Empfangsbestätigung ein: Unterschrift, Datum und ggf. Bemerkungen des Empfängers (z.B. Transportschäden).

Lieferschein vs. Rechnung

MerkmalLieferscheinRechnung
ZweckWarenlieferung dokumentierenZahlungsforderung stellen
PreiseNein (nur Mengen)Ja (Einzel- und Gesamtpreise)
UmsatzsteuerNeinJa (Pflichtangabe)
Gesetzlich vorgeschriebenNeinJa (§14 UStG für B2B)
Aufbewahrungsfrist6 Jahre (als Handelsbrief)10 Jahre (als Buchungsbeleg)
ZeitpunktBei Warenversand/-übergabeNach Leistungserbringung (6 Monate)

Aufbewahrungsfristen

  • 6 Jahre: Lieferscheine als Handelsbriefe (§257 Abs. 1 Nr. 2 HGB)
  • 10 Jahre: Wenn der Lieferschein als Buchungsbeleg dient (§257 Abs. 1 Nr. 4 HGB)
  • Tipp: Digitale Archivierung nach GoBD ist zulässig und spart Platz

Praxistipps

Nummernsystem einführen

Verwenden Sie ein fortlaufendes Nummernsystem (z.B. LS-2026-001). So finden Sie Lieferscheine schnell wieder und können sie der Rechnung zuordnen.

Teillieferungen dokumentieren

Bei Teillieferungen vermerken Sie auf dem Lieferschein "Teillieferung 1 von 3" und listen die offene Restmenge auf. So behält der Kunde den Überblick.

Empfangsbestätigung einholen

Lassen Sie den Empfänger den Lieferschein unterschreiben. Das ist wichtig als Nachweis bei Streitigkeiten über die Lieferung.

Digital und papierlos

Erstellen Sie Lieferscheine digital und versenden Sie sie per E-Mail. Das spart Papier, beschleunigt den Prozess und erleichtert die Archivierung.

Häufige Fragen zum Lieferschein

Ist ein Lieferschein Pflicht?

Ein Lieferschein ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Es gibt keine Pflicht, einen Lieferschein zu erstellen. Allerdings ist er im Geschäftsverkehr üblich und dient als Nachweis für die Lieferung. Im B2B-Bereich ist er praktisch unverzichtbar, da er die Wareneingangskontrolle beim Empfänger ermöglicht.

Was ist der Unterschied zwischen Lieferschein und Rechnung?

Der Lieferschein dokumentiert die physische Warenlieferung (Was wurde wann an wen geliefert?), während die Rechnung die finanzielle Forderung darstellt (Wie viel ist zu zahlen?). Der Lieferschein enthält keine Preise, dafür aber Details zur Lieferung. Eine Rechnung kann ohne vorherigen Lieferschein erstellt werden.

Muss ein Lieferschein Preise enthalten?

Nein, ein Lieferschein enthält üblicherweise keine Preise. Er dient ausschließlich der Dokumentation der gelieferten Waren und Mengen. Preise gehören auf die Rechnung. In manchen Branchen werden allerdings "Lieferschein-Rechnungen" (Kombidokumente) verwendet.

Wie lange muss ein Lieferschein aufbewahrt werden?

Empfangene Lieferscheine müssen als Handelsbrief 6 Jahre aufbewahrt werden (§257 HGB). Wenn der Lieferschein als Buchungsbeleg dient (z.B. für den Wareneingang), gilt die 10-jährige Aufbewahrungsfrist. Tipp: Digitale Archivierung nach GoBD ist zulässig.

Kann ich Lieferschein und Rechnung kombinieren?

Ja, ein kombinierter Lieferschein-Rechnung (Kombidokument) ist zulässig. Er muss dann alle Pflichtangaben einer Rechnung nach §14 UStG enthalten plus die Lieferschein-Informationen. Dies spart Verwaltungsaufwand, ist aber weniger flexibel bei Teillieferungen.

Vom Lieferschein zur Rechnung – in Sekunden

Mit Clever Invoice erstellen Sie professionelle Rechnungen zu Ihren Lieferungen – schnell, einfach und GoBD-konform.

Das könnte Sie auch interessieren